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Hans Scheirl

öl gold eier, 2010

Ausstellungsdauer:

03. Juni - 26. September 2010

Ausstellungsort:

OK Offenes Kulturhaus

geboren 1956 in Salzburg, lebt in Wien
 


Hans Scheirl, »öl gold eier« [oil gold balls], 2010

Modell für Installation / Model of an installation Kapaline und Papiermaschee / Kapaline and papier maché · 70 x 90 cm

 
Schon in den Titeln von Hans Scheirls Arbeiten wie »Phalloplastic Playspace Party«, »In/effective Ejaculation Management« oder »Corporate Castration« zeichnet sich ab, dass es sich hier um eine Zusammenführung von scheinbar distanzierten Bereichen handelt: einerseits um die Welt des Begehrens und der Konstruktion der (geschlechtlichen) Identität und andererseits um die Welt von wirtschaftlichen Interessen und globalem Kapitalismus.

Die Trennung von Innenwelt und Außenwelt, Privatsphäre und Öffentlichkeit, männlich und weiblich offenbart sich als ideologische Konstruktion. Realitätserfahrung und -produktion und somit alle Machtverhältnisse sind gefärbt und gefeuert von der »Ökonomie des Begehrens« (J. F. Lyotard). Dieses immer neu zu produzierende (Un-)Ordnungssystem regelt sowohl die Energie der Begehrensströme und den Puls der Widerstände gegen das Begehren als auch die Energie, die gewonnen wird, wenn das Begehren aufgeschoben, also auf ein anderes »Medium« und in ein anderes Zeitsystem übertragen wird. Im Rahmen der TRIENNALE LINZ zeigt Hans Scheirl neue Objekte und großformatige Bilder auf Leinwand. Diese klassische Installationsform wird zur Requisite von Scheirls Life-Performance: Aufgewachsen als »Angela« beschloss sie/er, an ihrem/seinem 40. Geburtstag Testosteron zu nehmen und sich »Hans« zu nennen. Performativ wählt Scheirl die (Anti-)Identität »Transgender«. Dieser Identität eilen Name, Stimme und die stetige Versicherung der klaren Geschlechtszuordnung durch die Sprache voraus.

(Sandro Droschl, Hans Scheirl)

 

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2010 TRIENNALE LINZ 10
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