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Franz Kapfer

Zentaur, 2004/05

Ausstellungsdauer:

03. Juni - 26. September 2010

Ausstellungsort:

OK Offenes Kulturhaus

geboren 1971 in Fürstenfeld, lebt in Wien
 


Franz Kapfer, »Zentaur« [Centaur], 2004/05

Video, 24’

Fotos / Photos: Salzburger Kunstverein, Andrew Phelps

 
In seiner künstlerischen Arbeit hinterfragt Franz Kapfer historische Mythenbildungen und ihren Bezug zur Gegenwart, um sie mit seiner Person als Künstler performativ zu konfrontieren. In der Kapelle der Ursulinenkirche, die der im Spätbarock aufblühenden Marienverehrung gewidmet ist, zeigt Kapfer die aus einem Video und einem Pferdetorso bestehende Installation Zentaur.

Der Zentaur – die Verkörperung des Lehrenden, Gesetzlosen und des Künstlers – beinhaltet den Versuch Kapfers, sich als Vater zu positionieren und das Scheitern von Erziehungsansätzen zu thematisieren. Der lehrende Zentaur weiß um das Drama des Lebens, gleichzeitig hat er Vermittlungsprobleme. »Du wirst meine Sprache nicht immer verstanden haben«, sagt Pasolinis Zentaur zu Jason. »Höre, höre Tochter, alles ist Lüge«, sagt Kapfer zu seiner Tochter und kündigt das Scheitern der elterlichen Bestimmungen an. Aus dem Off greift die Mutter, im Unterschied zu Kapfer nicht mit dem Medium der Sprache, sondern mit dem Körper, aktiv ein. Sie stillt das Kind und richtet den umgefallenen Zentaur wieder auf. Zentauren stehen auch am Eingang vor der Akademie der bildenden Künste in Wien. Mit der Aussage »Acht Jahre habe ich hier studiert, die wollten mich schon als Hausmeister anstellen, so gemein sind die zu deinem Vater«, resümiert Kapfer seinen Stand in der Kunstwelt. Am Ende bleibt Resignation, Kapfer schlüpft aus dem Zentaurenkörper, staubt ihn ab und benutzt ihn als Hocker. Um mit dem Satz »Jetzt geht eh die Sonne gleich unter« zu enden.

(Sandro Droschl, Franz Kapfer)

 

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